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Odoo vs DATEV: Was unterscheidet beide Systeme?

Worum es bei der Entscheidung geht


„Brauchen wir Odoo oder DATEV?" – diese Frage hören wir bei Erstgesprächen häufig. Sie ist nachvollziehbar, aber im Kern falsch gestellt. Denn DATEV und Odoo sind keine direkten Konkurrenten. Sie lösen unterschiedliche Probleme, kommen aus unterschiedlichen Welten und schließen sich oft nicht einmal gegenseitig aus. In diesem Beitrag zeigen wir, was beide Systeme leisten, wo sie sich überschneiden und wann sich welche Entscheidung wirklich lohnt.

DATEV im Überblick – die Schaltzentrale der Steuerberatung


DATEV ist eine Genossenschaft mit Sitz in Nürnberg, die Software und IT-Dienstleistungen vor allem für Steuerberater, Wirtschaftsprüfer und Rechtsanwälte entwickelt. Im Mittelpunkt steht die enge digitale Zusammenarbeit zwischen Mandant und Kanzlei. Mit DATEV Unternehmen Online stellt DATEV Unternehmen ein Werkzeug zur Verfügung, mit dem sie Belege hochladen, Zahlungen freigeben und Auswertungen abrufen können – die eigentliche Buchhaltung erstellt aber meist die Kanzlei in ihrer eigenen DATEV-Software.

Wichtig zu wissen: DATEV-Produkte sind in der Regel nur über einen Steuerberater nutzbar – die Genossenschaft ist eng an die steuerberatenden Berufe gekoppelt. Wer DATEV einsetzen will, muss mit einer Kanzlei zusammenarbeiten, die das System ebenfalls nutzt.

Odoo im Überblick – die All-in-One-Plattform


Odoo ist eine modulare Business-Software, die Vertrieb, CRM, Lager, Einkauf, Buchhaltung, Produktion, Webshop, HR und vieles mehr in einer einzigen Plattform vereint. Die Buchhaltung in Odoo ist GoBD-konform, ELSTER-fähig und unterstützt den deutschen Kontenrahmen (SKR03/SKR04). Sie bekommen aber nicht nur Buchhaltung – Sie bekommen ein System, das auch Ihre Aufträge, Lagerbewegungen, Projekte und Kundenkommunikation abbildet.

Mit anderen Worten: Odoo ersetzt nicht den Steuerberater. Es ersetzt die Zettelwirtschaft, Excel-Listen, getrennten Tools und manuellen Übergaben, die in vielen KMU heute noch den Alltag bestimmen.

Der direkte Funktionsvergleich


Beide Systeme decken Buchhaltung ab – aber mit sehr unterschiedlichem Schwerpunkt:

  • Buchhaltung & Steuerprozesse: DATEV ist hier seit Jahrzehnten Standard. Tiefe Integration zu Finanzamt, Kammern, Berufsverbänden. Odoo erfüllt alle Pflichtanforderungen (GoBD, ELSTER, EÜR/Bilanz), ist aber bei sehr speziellen Buchungsthemen weniger tief.
  • Belegmanagement & E-Rechnung: Beide Systeme beherrschen den Empfang und Versand von E-Rechnungen (XRechnung, ZUGFeRD). DATEV punktet beim digitalen Austausch mit der Kanzlei, Odoo bei der Verknüpfung mit Aufträgen, Projekten und Kostenstellen.
  • CRM & Vertrieb: DATEV bietet nichts Vergleichbares. Odoo hat ein vollwertiges CRM mit Pipeline, Aktivitäten und Angebotskette.
  • Lager & Logistik: Bei DATEV nicht abgedeckt. Odoo bietet Mehr-Lager-Management, Chargen, Seriennummern, Routen.
  • Produktion & MRP: DATEV: nicht vorhanden. Odoo: vollständig.
  • Webshop & E-Commerce: DATEV: nicht vorhanden. Odoo: integriert.
  • Lohn & Gehalt: Hier ist DATEV im deutschen Markt sehr stark. Odoo hat eine Lohnabrechnung, viele deutsche Kunden nutzen aber weiterhin DATEV LODAS oder externe Anbieter.

Preise und Lizenzmodell im Vergleich


DATEV rechnet komplex ab: Es gibt Grundpreise, Benutzerlizenzen, Belegspeicher-Kosten, Bankarchivierung, Modulpreise. DATEV Unternehmen Online beginnt für KMU bei rund 10,50 € pro Monat Grundgebühr für bis zu zehn Benutzer, zuzüglich Speicher- und Modulkosten. Hinzu kommen das Honorar der Kanzlei und je nach Modulen weitere Lizenzen.

Odoo rechnet schlanker ab: ein Pauschalpreis pro Benutzer und Monat – alle Apps inklusive. Bei Self-Hosting (Community Edition) entfallen die Lizenzkosten ganz; es bleiben Hosting, Wartung und Implementierung. Für viele wachsende KMU ist Odoo damit über drei Jahre deutlich günstiger – vor allem, weil es CRM, Lager und Vertrieb gleich mit abdeckt, für die sonst separate Tools fällig wären.

Wann DATEV die bessere Wahl ist


DATEV passt gut, wenn Ihr Unternehmen primär eine reine Buchhaltungs- und Belegaustausch-Lösung mit dem Steuerberater braucht und sonst keine integrierten Geschäftsprozesse abbilden muss. Beispielsweise:

  • Sehr kleine Dienstleister oder Freiberufler ohne Lager, ohne komplexe Aufträge.
  • Unternehmen, deren Steuerkanzlei tief in DATEV-Workflows verwurzelt ist und keinen externen Datenexport akzeptieren möchte.
  • Spezielle Branchen mit DATEV-spezifischen Buchungsanforderungen (etwa bestimmte Branchenpakete).

Wann Odoo die bessere Wahl ist


Odoo ist die richtige Wahl, sobald Buchhaltung nur ein Teil Ihrer Geschäftsprozesse ist – und Sie ohnehin mehrere Tools für Auftragsabwicklung, Lager, CRM oder Webshop nutzen. Typische Konstellationen:

  • Sie haben Aufträge, Projekte, Lager oder Produktion und möchten alles in einem System abbilden.
  • Sie verkaufen online und brauchen einen integrierten Webshop mit angeschlossener Buchhaltung.
  • Sie wollen Tool-Chaos beenden und eine zentrale Datenbasis für alle Abteilungen schaffen.
  • Sie planen Wachstum und wollen eine Plattform, die mit Ihnen skaliert.

Können Odoo und DATEV koexistieren?


Ja – und das ist sogar das häufigste Setup, das wir in der Praxis sehen. Das funktioniert so: Sie nutzen Odoo für sämtliche operativen Prozesse (Aufträge, Lager, Rechnungen, Einkauf, Projekte) und buchen darin auch laufend. Am Monatsende übergeben Sie Ihrer Steuerkanzlei einen DATEV-Export aus Odoo – die Kanzlei importiert die Daten in ihre DATEV-Software und erstellt Abschlüsse und Steuererklärungen wie gewohnt.

Damit behalten Sie das beste aus beiden Welten: Operative Flexibilität durch Odoo, gewohnte Zusammenarbeit mit der Kanzlei über DATEV.

Wechsel von DATEV zu Odoo – worauf zu achten ist


Wenn Sie heute komplett auf DATEV setzen und über einen Wechsel auf Odoo nachdenken, ist die saubere Datenmigration der wichtigste Punkt. Stammdaten (Kunden, Lieferanten, Konten), offene Posten, Buchungssalden und historische Daten müssen sauber übernommen werden. Klären Sie früh mit Ihrer Kanzlei, wie der Datenexport künftig laufen soll, und planen Sie einen klaren Stichtag.

Empfehlung: So treffen Sie die richtige Entscheidung


Vereinfacht gesagt: Wenn Sie hauptsächlich Belege austauschen, eine schlanke Buchhaltung brauchen und eng mit einer DATEV-affinen Kanzlei zusammenarbeiten, ist DATEV eine solide Wahl. Wenn Sie aber Geschäftsprozesse jenseits der reinen Buchhaltung integrieren möchten – und das tun fast alle wachsenden KMU – ist Odoo das deutlich umfassendere System. Die meisten Pathics-Kunden fahren am Ende einen Hybrid: Odoo operativ, DATEV bei der Kanzlei.

Mit Pathics zur richtigen Entscheidung


Wir haben in den letzten Jahren Dutzende KMU aus Fertigung, Handel, E-Commerce und Bau bei der Einführung von Odoo begleitet – häufig parallel zu einer bestehenden DATEV-Anbindung der Kanzlei. Wir kennen die deutschen Anforderungen, die Schnittstellen und die typischen Stolperfallen. Sprechen Sie mit uns – wir helfen Ihnen, die richtige Entscheidung für Ihr Unternehmen zu treffen, kostenlos und unverbindlich.

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